Binnenmarkt & Wettbewerb
Sozialreformen in der KI-Transformation
cepInput
Die ersten Auswirkungen der aktuellen KI-Transformation dürften sich nach Einschätzung der Autoren nicht unbedingt in großen Entlassungswellen zeigen. KI übernimmt zunächst einzelne Aufgaben und verlangsamt Neueinstellungen. So sinkt laut US-Daten die projizierte Beschäftigungswachstumsrate für Berufseinsteiger um 0,6 Prozentpunkte für je zehn Prozentpunkte höherer KI-Exposition eines Berufs.
Das cep fordert neue statistische Instrumente, darunter sogenannte KI-Satellitenkonten und Frühwarnindikatoren für Veränderungen bei Neueinstellungen, Löhnen und KI-exponierten Berufen. Auch die Sozialversicherungen sollte einen verbindlichen, gesetzlich verankerten Überprüfungsmechanismus enthalten, der regelmäßig prüft, ob sich Lohnquote und Beitragsbasis durch KI verschieben, und der bei Überschreitung definierter Schwellenwerte automatisch eine Prüfung auslöst. „Die Rentenkommission hat solide für die kommenden Jahre gerechnet. Aber ein Reformpaket ohne Nachjustierungsmechanismus ist auf Sand gebaut, sobald sich die Lohnquote verschiebt.“, sagt cep-Ökonom Matthias Kullas.
Zudem müsse frühzeitig geklärt werden, wie der Faktor Arbeit an den durch KI entstehenden Kapitalerträgen beteiligt werden könne. „Während in den USA sogar Bernie Sanders einen Sovereign Fund mit Beteiligung an KI-Konzernen fordert, diskutiert Deutschland noch über Aktienrenten nach altem Muster. Doch letztlich geht es nicht nur darum, ob alle an KI-Gewinnen beteiligt werden, sondern auch darum, wer die Infrastruktur kontrolliert, auf der diese Gewinne entstehen. Europa braucht deshalb zumindest teilweise eigene Rechenzentren und Cloud-Kapazitäten, denn nur wer die Wertschöpfung selbst kontrolliert, kann auch real und nicht nur symbolisch an ihren Erträgen beteiligt werden“, sagt cep-KI-Experte Anselm Küsters.
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| Sozialreformen in der KI-Transformation (veröff. 17.07.2026) | 859 KB | Download | |
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