Arbeit & Soziales
Mehr Rente durch Rendite
cepStudie
Bislang ist die kapitalgedeckte Altersvorsorge in Deutschland unterentwickelt. Im OECD-Durchschnitt liegt das kapitalgedeckte Altersvermögen bei 95 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, in Deutschland hingegen nur bei sechs Prozent.
Schweden hat die gesetzliche Rente um eine verpflichtende kapitalgedeckte Komponente ergänzt. 2,5 Prozent des rentenrelevanten Einkommens fließen automatisch in individuell geführte Fonds. Gleichzeitig sorgt eine parteiübergreifende Pensionsgruppe dafür, dass grundlegende Rentenreformen nicht zum Spielball kurzfristiger politischer Interessen werden. „Eine verpflichtende kapitalgedeckte Komponente würde das deutsche Rentensystem robuster machen und das Vertrauen jüngerer Generationen in die Zukunftsfähigkeit des Rentensystems stärken, weil sichtbar Vermögen für künftige Renten aufgebaut wird“, sagt cep-Juristin Anja Hoffmann.
Das Vereinigte Königreich macht vor, wie sich auch die betriebliche Altersvorsorge stärken lässt. Seit Einführung der automatischen Anmeldung nehmen 82 Prozent der Beschäftigten am Betriebsrentensystem teil. Flankiert wird das System durch eine staatliche Auffanglösung (NEST), die es insbesondere kleinen Unternehmen unbürokratisch ermöglicht, ihren Beschäftigten eine Betriebsrente anzubieten.
„Großbritannien und Schweden zeigen, dass eine nachhaltige Rentenreform sowohl institutionelle Stabilität als auch einfache, automatische Vorsorgelösungen braucht“, sagt cep-Ökonom Matthias Kullas. Darüber hinaus empfiehlt die Studie, in Deutschland einen Front-Loading-Mechanismus nach schwedischem Vorbild einzuführen. Dieser erhöht die Anfangsrente und federt so den Einkommensrückgang beim Renteneintritt ab.
Die Studie „Mehr Rente durch Rendite – Was Deutschland von Schweden und dem Vereinigten Königreich lernen kann“ wurde vom cep im Auftrag des Brüsseler Büros der Friedrich-Naumann-Stiftung erstellt.
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| Mehr Rente durch Rendite (veröff. 26.05.2026) | 995 KB | Download | |
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