Presseinformation 1/2026

Generative KI: Mehr Modelle, dennoch Gefahren für den Wettbewerb

Berlin/Freiburg. Der Markt für generative Künstliche Intelligenz entwickelt sich schnell. Doch die Rechtsdurchsetzung hinkt hinterher. Zu diesem Ergebnis kommt das Centrum für Europäische Politik (cep) und fordert eine aufmerksamere und entschlossenere Anwendung der Wettbewerbsregeln auf den KI-Markt. 

Die gute Nachricht: Der globale Wettbewerb zwischen KI-Modellen hat sich seit 2024 deutlich intensiviert. Ein „Winner-Takes-Most“-Markt ist bislang ausgeblieben. Unterschiedliche Modellarchitekturen konkurrieren miteinander, auch durch Open-Source-Ansätze.

„Der Wettbewerb auf der Modellebene funktioniert“, erklärt cep-Digitalexperte Anselm Küsters, der die Studie gemeinsam mit cep-Ökonom Matthias Kullas verfasst hat. „Aber auf anderen Ebenen der Wertschöpfungskette beobachten wir weiterhin Konzentration und Abschottungstendenzen.“ So bleibt der Zugang zu ausreichend Rechenleistung kritisch für den Marktzugang und wird zunehmend durch einen Energie-Bottleneck verschärft. Wer heute keinen Zugang zu Strom, Netzen und ausreichend Energie sichern kann, fällt im Wettbewerb zurück. Auch auf den nachgelagerten Märkten für KI-Dienste nehmen die Risiken zu. Die Integration generativer KI in Plattformen und der Einsatz von KI-Agenten-Systemen erhöhen Abhängigkeiten und Wechselkosten. 

Ein Kernproblem liegt auch auf institutioneller Ebene. „Kartellrechtliche Verfahren sind für exponentielle Technologien zu langsam“, warnt Matthias Kullas. „Wenn Entscheidungen erst nach Jahren fallen, greifen sie zu spät.“
Das cep fordert, die bestehenden Instrumente im Lauf des Jahres 2026 schneller und konsequenter auf den KI-Markt anzuwenden, um eine dauerhafte Verfestigung von Markt- und Abhängigkeitsstrukturen zu verhindern.