EU-Verträge & -Institutionen
Sicherheit von Grönland bis zum Ärmelkanal
cepAdhoc
Mit seinen wiederholten Forderungen nach Kontrolle über Grönland und Äußerungen über die NATO stellt US-Präsident Trump die Unterstützung seiner europäischen NATO-Verbündeten im Angriffsfall in Frage. Europa muss seine Sicherheitsstrategie im Nordatlantik und in der Arktis neu denken. Besonders verwundbar sind dabei Unterseekabel und Pipelines, die immer häufiger ins Visier von Sabotage und hybrider Kriegsführung geraten. Technologische Entwicklungen im Bereich Luft- und Unterwasserdrohnen und Künstlicher Intelligenz verschärfen diese Bedrohungslage zusätzlich.
Gleichzeitig zeichnet sich eine bedeutende geopolitische Verschiebung ab. Die Spannungen im transatlantischen Verhältnis haben mehrere nordeuropäische Staaten näher an die EU heranrücken lassen. Island hat für August ein Referendum über EU-Beitrittsverhandlungen angekündigt, die norwegische Opposition spricht sich offen für einen EU-Beitritt aus, und der britische Premier Keir Starmer signalisierte Anfang April eine deutliche Annäherung an die EU. Nach zwei Jahrzehnten der Osterweiterung könnten die nächsten Integrationsimpulse also aus dem Nordwesten kommen, und es könnten sicherheitspolitische sein – eine Chance, die die EU strategisch nutzen sollte.
Vor diesem Hintergrund fordert das cep, den Hohen Norden mit dem für dieses Jahr geplanten Update der EU-Arktisstrategie endlich als sicherheitspolitische Priorität zu verankern, Investitionen in disruptive maritime Verteidigungstechnologien im Rahmen des AGILE-Programms deutlich auszuweiten und die Zusammenarbeit mit dem Vereinigten Königreich, Norwegen und Island zu vertiefen.
"Die EU sollte ihre Aufmerksamkeit nicht von der Region zwischen Arktis und Nordsee ablenken lassen. Dass US-Präsident Donald Trump seine Drohungen hinsichtlich Grönlands nach seinem jüngsten Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte bekräftigt hat, muss Europa ernst nehmen. Europa braucht eine ganzheitliche regionale Sicherheitsstrategie, die eine Vertiefung der Beziehungen mit dem Vereinigten Königreich, Norwegen und Island beinhalten sollte. Die EU ist dabei auf Partner angewiesen: Dies sollte der Union in anstehenden Verhandlungen auch etwas wert sein“, sagt cep-Sicherheitsexperte Marius Strubenhoff.
PDF herunterladen
| Sicherheit von Grönland bis zum Ärmelkanal (veröff. 14.04.2026) | 548 KB | Download | |
| |||