Kapitalgedeckte Altersvorsorge in Deutschland
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Finanzmärkte

Kapitalgedeckte Altersvorsorge in Deutschland

Philipp Eckhardt
Philipp Eckhardt
  • Private Altersvorsorge: Verzicht auf staatliches Standard-Altersvorsorgedepot geboten
  • Frühstart-Rente: Finanzbildung fördern statt unterminieren
  • Kapitalrente: Fairen Wettbewerb zwischen dem öffentlichen und den privaten Fonds sicherstellen

Mit dem Altersvorsorgereformgesetz, der Frühstart-Rente oder auch der geplanten Kapitalrente unternimmt die Bundesregierung wegweisende Schritte zur Stärkung der kapitalgedeckten Altersvorsorge in Deutschland. Das Centrum für Europäische (cep) hält die Reformen für vielversprechend, weist jedoch auf eine bedenkliche Tendenz hin: Der Staat wird in vielerlei Weise zu einem zentralen Akteur und verdrängt private Lösungen und Angebote.

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Im Rahmen des Altersvorsorgereformgesetzes hat die Bundesregierung beschlossen, dass es in der freiwilligen dritten Säule der Altersvorsorge neben privaten Angeboten auch ein öffentliches Standard-Altersvorsorgedepot geben soll. Nach Auffassung von Philipp Eckhardt, Leiter des Fachbereichs Finanzmärkte und Autor des cepInput, ist ein solches staatliche Angebot nicht erforderlich. „Die im Altersvorsorgereformgesetz vorgesehenen Leitplanken wie die Etablierung von Standardprodukten und Kostenobergrenze, dürften ausreichen, um Marktversagen vorzubeugen und Altersvorsorgende zu schützen. Zudem gilt: „Eine aktive direkte oder indirekte Marktteilnahme des Staates in dieser Säule würde ihrem bisherigen Charakter widersprechen“, so Eckhardt.

Die Frühstart-Rente, die morgen im Bundeskabinett beschlossen werden soll, bewertet Eckhardt grundsätzlich positiv, da sie frühzeitig Anreize für eine eigenverantwortliche Altersvorsorge schaffen kann. Dies gelingt jedoch nur, wenn eigenverantwortliches Handeln auch tatsächlich honoriert wird. Daran lässt sich jedoch zweifeln. Nicht nur will der Gesetzgeber die Auswahl auf standardisierte Depots beschränken und die Produktauswahl damit einschränken, sondern er spannt auch ein staatliches Auffangnetz für Eltern auf, die sich nicht aktiv mit der privaten Altersvorsorge für ihre Kinder auseinandersetzen wollen. „Das setzt völlig falsche Anreize“, so Eckhardt. „Denn das Ziel, die Finanzbildung zu stärken und junge Bürgerinnen und Bürger für die Altersvorsorge zu interessieren, wird damit nicht erreicht“. Zudem ist der Staat über die Auffanglösung sowie die Beschränkung auf (öffentliche) Standarddepots auch bei der Frühstart-Rente zu dominant vertreten.

Bei der geplanten gesetzlichen Kapitalrente, die die umlagefinanzierte ersten Säule um eine obligatorische kapitalgedeckte Rentenkomponente ergänzen soll, wünscht sich Eckhardt maximale Wahlfreiheit. „Nur ein fairer Wettbewerb zwischen den zertifizierten Fonds privater Anbieter und dem öffentlichen Fonds schützt langfristig vor politischen Eingriffen zur Kapitallenkung und der Zweckentfremdung der Anlagegelder“, resümiert der Finanzmarktexperte.

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