Neue Technologien
Europe’s Twin Dependencies: Building Energy and Digital Autonomy in a Fragmented World
cepStudie
Genau das zeigen die cep-Experten Anselm Küsters und André Wolf in ihrer neuen Studie, die von der italienischen Denkfabrik IAI (Istituto Affari Internazionali) veröffentlicht wurde. Laut den beiden Autoren folgen grüne Energie und KI-Rechenkapazität ähnlichen wirtschaftlichen Logiken: Wer früh investiert, gewinnt; wer wartet, holt nicht mehr auf. Europa hat in beiden Bereichen zu lange gewartet.
In der Energieversorgung führt die Abkehr von fossilen Brennstoffen nicht automatisch zu mehr Autonomie. Neue Abhängigkeiten entstehen bei den Rohstoffen und Komponenten, die für Batterien, Wärmepumpen oder Solarmodule gebraucht werden, und die größtenteils aus China bezogen werden. Im digitalen Bereich ist die Lage noch deutlicher: Unter 651 in der Studie erfassten europäischen Tech-Unternehmen arbeiten gerade einmal 32 im Bereich KI und Recheninfrastrukturen – also ausgerechnet dort, wo geo-strategisch am meisten auf dem Spiel steht.
Küsters und Wolf fordern eine langfristig ausgerichtete Autonomiestrategie mit maßvollen regulatorischen Anreizen für mehr europäische Wertschöpfung, eine Kreislaufwirtschaft für kritische Rohstoffe sowie eine solide finanzierte öffentliche KI-Initiative auf Open-Source-Basis. Europas regulatorische Handlungsfähigkeit sollte nicht zur Verhandlung stehen, weder mit Washington noch mit Peking – doch dafür braucht es ein Grundmaß an eigenen Kapazitäten in den Bereichen Energie und Digitales.
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| Europe’s Twin Dependencies: Building Energy and Digital Autonomy in a Fragmented World (veröff. 25.06.2026) | 880 KB | Download | |
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