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Schengen-Besitzstand

Der Schengen-Besitzstand bezeichnet die Gesamtheit der Abkommen und Verträge in Zusammenhang mit dem Schengener System. Das Schengener System geht zurück auf das 1985 von den Benelux-Staaten, Deutschland und Frankreich vereinbarte zwischenstaatliche Übereinkommen von Schengen, in dem ein stufenweiser Abbau der Personenkontrollen an den Binnengrenzen vereinbart wurde. Das Abkommen kam nicht innerhalb der Strukturen der Europäischen Gemeinschaft (EG) zustande. Nicht alle Mitgliedstaaten waren bereit, die Grenzkontrollen aufzugeben, da sie die Freizügigkeit nur für Bürger der Europäischen Union (EU) gewährleisten wollten.

 

Inzwischen wenden 26 Staaten in Europa die Bestimmungen des Schengener Abkommens vollständig an. Darunter sind auch die Nicht-EU-Staaten Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz. Irland und das Vereinigte Königreich sind keine Mitglieder des Schengener Abkommens, wenden es aber eingeschränkt an. Bulgarien, Kroatien, Rumänien und Zypern wenden nur gewisse Bestimmungen des Abkommens an; die vollständige Inkraftsetzung mit der Abschaffung der Grenzkontrollen wird zu einem späteren Zeitpunkt durch die EU beschlossen.

 

Durch das Schengen-Protokoll zum Amsterdamer Vertrag vom 2. Oktober 1997 wurde die Schengen-Zusammenarbeit mit Wirkung zum 1. Mai 1999 in die Kompetenz der EU überführt.