26-01-15

Schuldenerlass keine Lösung für Griechenland

Selbst ein kompletter Erlass der Staatsschulden könnte die tieferliegenden Ursachen der griechischen Misere nicht beseitigen

Die zentrale Forderung des Wahlsiegers Alexis Tsipras nach einem Schuldenschnitt für Griechenland ist ein Irrweg. Bereits der erste Schuldenschnitt von 2012 verschaffte nur kurze Entlastung. Selbst ein kompletter Erlass der Staatsschulden könnte die tieferliegenden Ursachen der griechischen Misere nicht beseitigen.

Griechenland ist als Produktionsstandort nach wie vor auf den Weltmärkten nicht wettbewerbsfähig. Zum einen leidet das Land weiter unter Überregulierung und zu viel Bürokratie. Zum anderen sind die Löhne immer noch zu hoch. Sie müssten um mindestens zehn Prozent sinken. Das Land ist daher für Investoren weiterhin unattraktiv. Produktivitätssteigernde Investitionen in Griechenland sind seit 2011 negativ.

Ein Rückdrehen der bereits unternommenen Reformen würde das Problem der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit Griechenlands noch verschärfen.

Prof. Dr. Lüder Gerken, Vorstand des cep, gerken@cep.eu