28-11-14

EU will MRV-System für CO2-Emissionen im Seeverkehr anwenden

Die EU-Botschafter der Mitgliedstaaten haben sich diese Woche darauf geeinigt, dass Reeder ab 2018 die CO2-Emissionen ihrer Schiffen bei Fahrten von oder nach Europa erfassen und melden müssen ("Monitoring, Reporting, Verification" – MRV-System). Ausnahmen soll es beispielsweise bei Kriegs- oder Fischereischiffen geben.

"Das MRV-System für CO2-Emissionen im Seeverkehr ist genauer als die bisher angewendeten Methoden, die Schätzungen auf der Grundlage von Durchschnittswerten für Schiffstypen oder von Treibstoffverkäufen vornehmen“, meint cep-Klimaexpertin Nadine Heitmann. „Eine möglichst genaue Messung ist notwendig, sofern in einem weiteren Schritt diese Emissionen vermindert werden sollen."

Endgültig beschlossen ist die neue Regelung allerdings erst, wenn auch das Plenum des Europaparlaments und die Minister der EU-Staaten zugestimmt haben. Dies wird bis Frühjahr 2015 erwartet.

Mit der Einführung des MRV-Systems soll eine Datengrundlage für weitere politische Maßnahmen geschaffen werden. Denkbar sind die Festlegung eines CO2-Reduktionsziels für den Schiffsverkehr und anschließend die Einführung einer Abgabe auf CO2-Emissionen oder ein eigenes maritimes Emissionshandelssystems.

Die internationale Seeschifffahrt ist nach Angaben der EU-Kommission für vier Prozent des Treibhausgas-Ausstoßes der EU verantwortlich. Sie ist derzeit der einzige Verkehrsträger, für dessen CO2-Emissionen keine EU-Reduktionsvorgaben bestehen.