Auf europäischer Ebene werden die Mitgliedstaaten von den Staats- und Regierungschefs (Europäischer Rat) beziehungsweise den Ministern (Ministerrat) vertreten. Die Vertretung der Mitgliedstaaten erfolgt also durch die jeweilige Exekutive. Während die Exekutive innerhalb der Mitgliedstaaten von den nationalen Parlamenten kontrolliert wird, wird sie auf europäischer Ebene vom Europäischen Parlament kontrolliert. Dies allerdings nur in Verfahren, an denen das Europäische Parlament im Wege des ordentlichen Gesetzgebungsverfahrens beteiligt ist. In allen anderen Verfahren kann das Europäische Parlament sich zwar äußern, hat aber weniger Einflussmöglichkeiten. Mithin ist die Kontrolle der nationalen Exekutive auf europäischer Ebene nur teilweise gegeben.
Es ist deshalb von entscheidender Bedeutung, dass die nationalen Parlamente in die Legislativtätigkeit der EU eingebunden werden, um die Kontrolle ihrer nationalen Exekutive zu gewährleisten.
Die Stellungnahmen der nationalen Parlamente zu einzelnen Gesetzesvorhaben der EU werden seit dem Jahr 2006 in einer zentralen Datenbank (IPEX) erfasst. Die Datenbank finden Sie hier.