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Brüsseler Pakt

Den Brüsseler Pakt schlossen Frankreich, das Vereinigte Königreich, Belgien, die Niederlande und Luxemburg am 17. März 1948 in Brüssel (Belgien). Der Vertrag bekräftigte ein militärisches und politisches Beistandsbündnis. Er sollte laut Präambel und der Begleitprotokolle den Schutz vor einer deutschen Aggression verbessern. Allerdings stand Deutschland damals noch unter der Aufsicht des Alliierten Kontrollrates, so dass der offiziellen Begründung nur formaler Charakter zuzuschreiben ist. Tatsächlich ging es um den Aufbau einer militärischen und strategischen Abschreckungskooperation gegenüber der Sowjetunion, die sich nach dem Umsturz in der Tschechoslowakei als neue Bedrohung darstellte. Mit dem Brüsseler Pakt sollten die verhältnismäßig geringen westlichen Militärkapazitäten in Europa für den Falle eines sowjetischen Angriffs gebündelt werden. Nach dem Scheitern der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) wurde der Brüsseler Pakt 1954 durch die Aufnahme der Bundesrepublik Deutschland und Italien zur Westeuropäischen Union (WEU) weiterentwickelt.