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Disproportionalitätsfaktor

Disproportionalitätsfaktor beschreibt den Unterschied im Verhältnis von Einwohnern zu Abgeordneten. Im Europäischen Parlament (EP) werden insbesondere kleine, bevölkerungsarme Länder begünstigt. Deutschland stellt mit 82 Mio. Einwohnern 96 Abgeordnete, Malta mit 400.000 Einwohnern 6 Abgeordnete. Folglich vertritt ein deutscher Abgeordneter 854.000 Einwohner, ein maltesischer 67.000 Einwohner. Das ergibt einen Disproportionalitätsfaktor von 12,8. Ein Abgeordneter aus Malta hat somit 12,8-mal so viel Einfluss wie ein Abgeordneter aus Deutschland.

 

Dieselbe Problematik kommt auch beim Stimmgewicht im Rat der Europäischen Union zum Tragen. Im Rat verfügt Deutschland über 29 Stimmen, Malta über 3 Stimmen. Eine Stimme Deutschlands repräsentiert somit 2.830.000 Einwohner, eine Stimme Maltas 133.000 Einwohner; der Faktor der Divergenz entspricht 21,2. Bezogen auf die Einwohnerzahl hat eine Stimme Maltas 21,2-mal so viel Einfluss wie eine Stimme Deutschlands.