31.12.15

Frontex-Chef: "Mit Grenzmanagement allein ist nur wenig auszurichten"

Fabrice Leggeri erklärt im Interview mit der Tageszeitung Die Welt, man müsse sich vor allem mit den Ursachen der Flüchtlingskrise befassen

Leggeri (r.), EU-Kommissare Timmermans (M.) und Avramopoulos

Der Direktor der EU-Grenzschutzagentur Frontex, Fabrice Leggeri, hat im Interview mit der Tageszeitung Die Welt erklärt, die geplante Personalaufstockung bei Frontex auf 1.000 Mitarbeiter bis 2020 werde nicht ausreichen, um die Flüchtlingskrise wirklich in den Griff zu bekommen. „Mit Grenzmanagement allein kann man da sowieso wenig ausrichten, wir müssen uns ja vor allem den Ursachen widmen, warum so viele Migranten derzeit nach Europa drängen“, sagte Leggeri.

Frontex hat diese Woche auf Bitten Griechenlands 293 Grenzbeamte und 15 Schiffe zu den Ägäis-Inseln entsandt. Der Einsatz solle schrittweise auf bis zu 400 Grenzschützer verstärkt werden. Griechische Regierungskreise erklärten laut der Zeitung Kathimerini allerdings, dass die Frontex-Unterstützung immer noch zu gering sei, um mit der Flüchtlingskrise fertig zu werden.

EVP-Fraktionschef Manfred Weber hatte in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der Frankfurter Allgemeinen gefordert, dass über ein „temporäres Ausscheiden“ Griechenlands aus dem Schengen-Raum nachgedacht werden müsse, sollte die Kontrolle der EU-Außengrenze durch Frontex nicht gelingen. Lesen Sie auch unseren empirischen und rechtlichen Überblick zur Flüchtlingskrise.