27.10.14

EZB-Stresstest zeigt, dass schwache Kreditvergabe auf Nachfrageproblem beruht

Beim Bilanzcheck der EZB sind 25 der 130 untersuchten Großbanken durchgefallen. Allerdings hatten zwölf dieser Institute ihr Eigenkapital schon während der Testphase aufgebessert. Bei den verbleibenden 13 sieht die EZB einen Kapitalbedarf von zehn Milliarden Euro.

Das Argument, dass die bisherige Unsicherheit bei und zwischen Banken der Kreditvergabe in der Eurozone im Wege stand, überzeugt heute noch weniger als vorher. Wir haben es mit einem Nachfrageproblem zu tun. Es bedarf daher Strukturreformen in den Mitgliedstaaten und keiner ABS-Käufe der EZB.

Der größte Mehrwert des Stresstests lag wohl in seinem disziplinierenden Effekt. Viele Banken haben schlechte Ergebnisse antizipiert und ihre Eigenkapitalquoten durch Rekapitalisierungen und Aktivverkäufe vor und während des Tests aufgebessert.

Die Ergebnisse sollten gleichzeitig nicht überbewertet werden: Das im Stresstest vorgegebene Stressszenario kann sich im Nachhinein als völlig irrelevant darstellen.

Dass die Probleme mit dem heutigen Tag nicht beseitigt sind, zeigt ein anderes Ergebnis des Stresstests: Nach der künftigen, strengeren Eigenkapitaldefinition, wie sie ab 2016 gilt, fallen statt 25 gleich 34 Banken im Test durch. Dazu gehören auch vier deutsche Banken (DZ Bank, HSH Nordbank, Münchener Hypothekenbank und WGZ).

Verbesserungsbedarf gibt es insbesondere auch in Griechenland, Irland, Portugal, Österreich, Spanien und Italien.

Autor: Dr. Bert Van Roosebeke, Fachbereichsleiter Finanzmarktregulierung