30.10.15

BMF: Griechenland darf nicht von vereinbartem Reformkurs abweichen

Ministeriumssprecher Jäger: „Wir können hier keinen Rabatt geben.“

Finanzministerium bleibt in Griechenland-Frage hart

Griechenland darf trotz der Flüchtlingskrise nicht von seinem mit der Eurozone vereinbarten Reform- und Sparkurs abweichen, erklärte am Freitag ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums. „Wir können hier keinen Rabatt geben“, sagte Martin Jäger. Die Reform-Vereinbarung enthielten bereits viele Möglichkeiten zur Flexibilität, so der Ministeriumssprecher.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat die griechische Regierung in einem am Donnerstag veröffentlichten Zeitungsinterview zur raschen Umsetzung der mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Reformen aufgerufen. Auf die Frage nach möglichen Verhandlungen über einen Schuldenschnitt für Griechenland erklärte Steinmeier nur, dass sich die europäischen Partner und insbesondere Deutschland an die Vereinbarungen halten würden.

cep-Vorstand Lüder Gerken glaubt nicht, dass Griechenland seinen Schuldenberg aus eigener Kraft wird abtragen können. „Griechenlands Wirtschaft ist kaputt, die Konsumquote zu hoch, die Investoren fehlen“, erklärte er im Interview mit der Bild-Zeitung. „Ein Schuldenschnitt ist ökonomisch unausweichlich, genauso wie ein viertes Hilfspaket.“